zum 3o-jährigen geburtstags des mainzer asta-schwulenreferats wurde in meiner lieblings-LGBT-bar "priscilla - königin der wüste" gezeigt. unter schwulen hat der film kultstatus, man hat mir schon viel davon erzählt, deswegen schaute ich ihn mir auch mal an.
es geht nicht um TS - auch wenn eine transsexuelle mitspielt, deswegen poste ich es in diese rubrik rein.
es ist ein australisches roadmovie. zwei transvestiten (mitzi, felicia) und eine transsexuelle (bernadette) planen zusammen eine travestie-show. sie organsieren einen silber-glitzerenden campingbus (er wird später pink ungestrichen) und machen sich auf den weg von sydney (über umwege) nach alice springs.
der film ist natürlich - wie es sich für ein roadmovie gehört - überdreht. manchmal geht es ein bisschen ins klamaukhaftige, manchmal ist er aber auch einfach sehr cool. er zelebriert eine andere (queere) lebensweise, in dem er sie auf komische weise mit dem hinterwäldlertum konfrontiert. er hat sogar einen oscar für die kostüme erhalten, und manche find ich selbst auch total abgedreht. so abgedreht, dass ich lust bekomme, mir selbst eins zu basteln. mein absoluter favourite ist das kleid komplett aus flip-flops, das hugo weaving auf dem bild als mitzi trägt. selbst als ohrhänger hat er flip-flops! ist das nicht geil!!??
übrigens, hugo weaving ist der, der bei herr der ringe den elrond spielt. und in matrix war er mr. smith.
man kann jetzt zu dem film und dem, was er präsentiert, stehen, wie man will. mir jedenfalls macht er auf einer emotionalen ebene bewusst, dass ich es toll finde, wenn man das lebt, was man empfindet. ach ja, und "don't dream it - be it" und so ... und travestie find ich auch schon gut. das muss ja auch keine frage der geschlechtsidentität sein, ne?
"Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen, das immer dann die Ruhe verliert, wenn von ihm verlangt wird, dass es nach Vernunftgesetzen handeln soll." - Oscar Wilde “Ohne eine Abweichung von der Norm ist kein Fortschritt möglich.”- Frank Zappa "Samstag ist Waschtag." - Sheldon L. Cooper "I had a flashback of something that never existed" - Sara Digitala "Fuck Size Zero" - Carolin Kebekus
Priscilla war für die damalige Zeit (1994) ein toller Film, der wegweisend war. Mich hatten vor allem die Landschaftsbilder der Wüste Australiens beindruckt. Irre, als die drei Protagonistinnen in Kostümen den Berg erklettert hatten und diesen Wahnsinns-Ausblick hatten. Klar, die Schwulen wirken schon sehr stereotypisch in diesem Film, aber es ist lustig überkandidelt und vermittelt den Wunsch nach Akzeptanz auf mitfühlende Weise. Terence Stamp als Transfrau hat die Rolle ganz gut gespielt. http://de.wikipedia.org/wiki/Priscilla_%..._der_W%C3%BCste
Die Amerikaner hatten danach mit "To Wong Foo" einen Abklatsch davon gedreht, der in USA spielte und lange nicht so gut war.
Ich habe von Priscilla damals mir sogar ein Filmplakat besorgt. Irgendwo fliegt das noch rum.
Ich eröffne mal kein neues Thema dafür, liebe Steffi, sondern weise nur zu gern darauf hin, daß ein solches "Transvestiten-Roadmovie", wie du es beschreibst, auch unter "To Wong Foo, thanks for everyting! Julie Newmar" [1995] zu finden ist. Dort brillieren in den Hauptrollen der Transvestiten sogar Patrick Swayze und Wesley Snipes und der Film ist wirklich kultverdächtig komisch und herzerfrischend 'tuntig angehaucht'. P.S.: Aha... Claudia... warst wohl schneller als ich mit deinem Hinweis; allerdings muß ich betonen, daß ich den Film höchst unterhaltsam finde und nicht als 'Abklatsch' von irgendwas betrachten würde. Ich war überrascht, wie überzeugend doch Swayze und Snipes in 'Frauenrollen' rüberkommen...