Der Bundestag berät am 20.10 über den Aktionsplan Nanotechnologie. Auf Seite 5 steht zum Thema Gesundheit:
Zitat(...) die Möglichkeiten der Nanotechnologie für die Gesundheit einsetzen. Gesundheit ist ein Thema, das Menschen in der ganzen Welt betrifft und bewegt. Doch trotz intensiver Forschung sind die Zusammenhänge zwischen genetischer Disposition, Umwelt und Lebensstil bei der Krankheitsentstehung oft noch unverstanden. Hinzu kommt, dass durch veränderte Lebensbedingungen und zunehmende Lebenserwartung Erkrankungen wie Stoffwechselstörungen, Krebs, Herz-Kreislaufprobleme oder Demenz verstärkt auftreten. Neue Präventions-, Diagnose- und Therapiemethoden sind zu erforschen; Verfahren der individualisierten Medizin werden an Bedeutung gewinnen. Der Einsatz von Nanotechnologien in der Medizin kann neuartige und wirkungsvolle Impulse für die Gesundheitsversorgung geben. Nanopartikel bieten neue technische Lösungswege, um Krankheiten früher zu diagnostizieren, zerstörtes Gewebe zu heilen und Medikamente effektiver an den Ort ihrer Wirkung zu bringen. (.,.)
(Hervorhebung durch mich) Auf Seite 15 wird weiter ausgeführt:
Zitat(...) Maßgeschneiderte Therapien und Nanomedizin Die Forschung an neuen (bio-)pharmazeutischen Wirkstoffen wird weltweit intensiv voran getrieben. Hoch wirksam und hoch spezifisch, sind diese Substanzen teilweise auf ausgewählte Patientengruppen maßgeschneidert“ und markieren damit perspektivisch den Trend zu personalisierten Therapeutika. Um das Potenzial neuer Wirkstoffe in vollem Umfang nutzen zu können, sind neue Applikationssysteme (so genannte Drug-Delivery-Systeme) erforderlich, die Wirkstoffe in ausreichend hoher Dosis kontrolliert an einem festgelegten Wirkort abgeben können. Von den Fortschritten in der Nano- und Werkstofftechnologie werden wichtige Impulse für die Entwicklung verbesserter Injektoren, Inhalatoren und anderer Applikatorsysteme ausgehen. Ein herausragendes Innovationsfeld auf diesem Gebiet stellen MedizinprodukteArzneimittel-Kombinationen dar, wie z. B. wirkstoffbeschichtete Gefäßstützen. Nanotechnologien finden hier insbesondere ihren Einsatz als Beschichtungen und Matrizes zur Kontrolle der Wirkstofffreisetzung. (...)
Auf Seite 16 wird es noch interessanter
ZitatDie Biotechnologie ist in der Lage, biologischen Ersatz für geschädigte Gewebe und in ferner Zukunft möglicherweise für ganze Organe bereitzustellen
Das wäre doch ein Weg die Hormone gezielt dort wirken zu lassen, wo sie die Wirkung entfalten sollen. Auch Gebärmutter, Eierstöcke und Brüste, sowie ein Penis könnten so "wachsen". Wie realistisch ist diese Vorstellung?
Es könnte allerdings auch dazu benutzt werden, schon bei der Entstehung eines Embryo im Mutterleib durch gezielte Hormonsubstitution dafür zu sorgen, daß nur noch eindeutig weibliche und eindeutig männliche Kinder auf die Welt kommen und somit die Entstehung transsexuellen Lebens zu vermeiden... wo man dann grad die Technologie hat, könnte man doch auch sicher genausogut Einfluß darauf nehmen, ob das Kind generell ein Wunschkind mit bestimmten Attributen wird...
Wie realistisch ist diese Vorstellung? *malkritischbeäugt*
ZitatDie Biotechnologie ist in der Lage, biologischen Ersatz für geschädigte Gewebe und in ferner Zukunft möglicherweise für ganze Organe bereitzustellen
Vor dem Hintergrund des gerade aktuell beklagten akuten Mangels an Spenderorganen sicher eine interesaante Option. Andererseits auch ethisch nicht ganz unbedenklich. Voraussetzung für die Zulassung der neuen Möglichkeiten wären meiner Ansicht nach klare politische Vorgaben, die definieren, was zulässig ist und was nicht.